Himbeeren auf 4 Arten: Marmelade, Sirup, Likör und Kuchen
Himbeeren gehören zu den ersten Sommerfrüchten und ihre Saison ist kurz. Die Beeren sind empfindlich und verderben rasch, darum lohnt es sich, sie gleich nach dem Pflücken zu verarbeiten. Aus einer vollen Schüssel Himbeeren von der Selbstpflücke lässt sich so mühelos ein Vorrat für das ganze Jahr zaubern.
Wir zeigen vier bewährte Arten, Himbeeren zu verwenden: duftende Himbeermarmelade, kräftigen Himbeersirup, feinen Himbeerlikör und einen saftigen Himbeerkuchen mit Topfen. Die ersten drei halten sich viele Monate, der Kuchen ist meist noch am selben Tag aufgegessen.
Was Sie für die Zubereitung brauchen
Himbeeren sind zart, gehen Sie also vorsichtig mit ihnen um. Nicht überreife Früchte eignen sich am besten. Sind sie nicht sichtbar verschmutzt, waschen Sie sie besser gar nicht, sie saugen sich sonst mit Wasser voll und werden matschig. Tiefgekühlte Himbeeren eignen sich für Marmelade, Sirup und Kuchen, geben Sie sie für den Teig aber ungetaut dazu, damit nicht zu viel Saft austritt.
Die Kerne sind Geschmackssache. In der Marmelade lässt man sie meist mit drin, wer möchte, kann sie aber durch ein Sieb streichen. Bei Sirup und Likör werden sie immer durch ein Passiertuch abgeseiht, das gehört zur Zubereitung dazu.
Für das Einmachen halten Sie saubere Gläser und Flaschen bereit. Sterilisieren Sie sie im Ofen bei 120 bis 140 Grad für 15 bis 20 Minuten oder durch Auskochen in Wasser. Füllen Sie das fertige, heiße Produkt bis zum Rand ein, verschließen Sie es sofort mit einem unbeschädigten Deckel und stellen Sie die Gläser bis zum Auskühlen auf den Kopf. Ein richtig verschlossener Deckel ist nach dem Auskühlen leicht nach innen gewölbt.
Himbeermarmelade
Hausgemachte Himbeermarmelade ist ein Klassiker, den wirklich jeder hinbekommt. Das angegebene Verhältnis mit Kristallzucker ist zuverlässig und lässt sich gut lagern. Wer kürzer kochen und mehr vom Geschmack bewahren möchte, nimmt statt Kristallzucker 1 kg Gelierzucker 1:1 und kocht nach der Zuckerzugabe nur rund 5 Minuten.
Zutaten: 1 kg Himbeeren, 750 g Kristallzucker, Saft einer Zitrone, 1 TL Zitronensäure.
Zubereitung:
- Die Himbeeren mit Zucker und Zitronensaft in einen Topf geben und unter ständigem Rühren aufkochen.
- Bei starker Hitze rund 15 Minuten kochen und dabei regelmäßig den Schaum abschöpfen.
- Für die Gelierprobe einen Tropfen Marmelade auf einen kalten Teller geben. Läuft er nicht mehr, ist die Marmelade fertig.
- Die Zitronensäure dazugeben, kurz aufkochen und ein letztes Mal den Schaum abschöpfen. Wer keine Kerne mag, kann die Marmelade jetzt durch ein Sieb streichen.
- Die heiße Marmelade bis zum Rand in sterilisierte Gläser füllen und sofort verschließen.
- Die Gläser auf den Kopf stellen und vollständig auskühlen lassen. Kühl und dunkel gelagert hält sie sich rund ein Jahr.
Himbeersirup
Himbeersirup verfeinert das ganze Jahr über Getränke und Desserts. Das Geheimnis der satten roten Farbe und des frischen Geschmacks: Er wird nie gekocht, nur erwärmt. Der hohe Zuckeranteil sorgt zugleich dafür, dass er lange haltbar bleibt.
Zutaten: 1,5 kg Himbeeren, 500 ml Wasser, Kristallzucker (1,5 kg pro Liter gewonnenen Saft), Zitronensäure (8 g pro Liter Saft).
Zubereitung:
- Die Himbeeren leicht zerdrücken, mit Wasser übergießen und 12 bis 24 Stunden kühl ziehen lassen, dabei gelegentlich umrühren.
- Die Mischung durch ein Passiertuch abseihen und das Fruchtfleisch gut auspressen, um möglichst viel Saft zu gewinnen. Die Kerne entsorgen.
- Die Saftmenge abmessen und Zucker im Verhältnis 1,5 kg pro Liter sowie die Zitronensäure (8 g pro Liter) dazugeben.
- Unter ständigem Rühren auf höchstens 80 bis 85 Grad erhitzen, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Den Sirup nie kochen lassen, das zerstört Farbe und Geschmack. Schaum regelmäßig abschöpfen.
- Den heißen Sirup in saubere Flaschen füllen und sofort verschließen.
- Die Flaschen auskühlen lassen und kühl und dunkel lagern. Vor dem Trinken je nach Geschmack mit Wasser verdünnen.
Himbeerlikör
Himbeerlikör ist ein duftender Abschluss nach dem Essen und ein hübsches Geschenk. Man lässt die Himbeeren einfach in Alkohol mit einem süßen Sud ziehen. Mit der Zeit wird der Geschmack noch runder, es lohnt sich also, gleich einen Vorrat anzulegen.
Zutaten: 250 g Himbeeren, 375 ml Wodka, 375 ml Wasser, 150 g Zucker.
Zubereitung:
- Die Himbeeren in ein größeres, sauberes Einmachglas geben.
- Aus Wasser und Zucker kurz einen Sirup aufkochen und heiß über die Himbeeren gießen.
- Den Wodka dazugeben und das Glas gut verschließen.
- Rund 3 Wochen an einem kühlen Ort ziehen lassen und das Glas dabei mehrmals schütteln.
- Den fertigen Likör durch ein Passiertuch in saubere Flaschen abseihen.
- Kühl lagern. Der Likör hält sich viele Monate und wird mit der Zeit milder.
Himbeerkuchen mit Topfen und Streuseln
Ein Mürbeteigboden, eine feine Topfenfüllung und frische Himbeeren obendrauf: Die Streusel geben diesem Kuchen einen angenehm knusprigen Abschluss. Er gelingt mit frischen und mit tiefgekühlten Himbeeren gleichermaßen.
Teig: 350 g Weißmehl, 220 g kalte Butter, 100 g Staubzucker, 1 Vanillezucker, 1 Ei, 1 TL Backpulver, eine Prise Salz.
Füllung: 250 g weicher Topfen, 300 ml Milch, 1 Päckchen Vanillepuddingpulver (37 g), 100 g Zucker, 1 Vanillezucker, 1 Ei.
Außerdem: 250 g Himbeeren.
Streusel: 100 g kalte Butter, 150 g Mehl, 70 g Staubzucker.
Zubereitung:
- Aus Mehl, kalter Butter, Staubzucker, Vanillezucker, Backpulver und Salz eine krümelige Masse verarbeiten. Das Ei dazugeben und zu einem Mürbeteig verbinden. 30 Minuten kühl ruhen lassen.
- Den Teig in eine gefettete Form von rund 28 cm Durchmesser drücken und einen niedrigen Rand hochziehen.
- Für die Füllung Topfen mit Milch, Puddingpulver, Zucker, Vanillezucker und Ei glattrühren und auf den Teig gießen.
- Die Himbeeren gleichmäßig auf der Füllung verteilen.
- Die kalte Butter mit den Fingern mit Mehl und Staubzucker zu groben Streuseln verarbeiten und den ganzen Kuchen damit bestreuen.
- Bei 175 Grad rund 40 bis 50 Minuten backen, bis die Füllung fest ist und die Streusel schön goldbraun sind.
- Den Kuchen vollständig auskühlen lassen, erst dann anschneiden.
Am besten gelingen alle vier Rezepte mit reifen Himbeeren frisch von der Selbstpflücke, zum Beispiel auf einem der Höfe in Niederösterreich. Eine Übersicht aller Felder in Ihrer Nähe finden Sie auf der Karte.
Aktualisiert: 23. August 2026